Ausstellungseröffnung Klee trifft Picasso
Klee und Picasso – Zwei Giganten der Kunstgeschichte
5 Jahre Zentrum Paul Klee. Mit einer Hommage an Paul Klee und Pablo Picasso präsentiert das Zentrum Paul Klee diese zwei imposanten Exponenten der modernen Kunst. Die Ausstellung thematisiert die Auseinander-setzung Klees mit Picasso und deckt unbekannte Verflechtungen auf. Sie zeigt, wie die beiden auf ganz unter-schiedliche Weise ein neues Kapitel in der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts schrieben. Eine Gegenüberstel-lung von zwei künstlerischen Universen und ein kultureller Höhepunkt mit internationaler Ausstrahlung.
Unterschiede und Ähnlichkeiten
Klee und Picasso gelten als grosse Antipoden der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts und als Künstlerpersön-lichkeiten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Mediterran und diesseitig der eine, romantisch und spirituell der andere. Klees Poesie und sein Hang zu Satire und Ironie stehen im Gegensatz zu Picassos Dramatik, dessen Sinnlichkeit und dessen Pathos.
Bei allen Verschiedenheiten ihrer Temperamente gehörten Klee und Picasso aber derselben Generation an und arbeiteten an einer Erneuerung der Kunst aus den Ursprüngen menschlicher Gestaltungskraft. Auch in der Vielsei-tigkeit ihrer Bildsprache und in ihrem aussergewöhnlichen Erfindungsreichtum waren sie einander ähnlich.
Picasso war eine Naturgewalt. Er zog alle Zeitgenossen in Bann und forderte sie zu Zustimmung oder Wider-spruch heraus. Auch Klee war von Picasso tief beeindruckt. Aber als grosser Individualist unterlag er nicht einfach seinem Einfluss, sondern setzte sich gezielt mit dem „Spanier“ auseinander. Sein künstlerischer Dialog offenbart eine Mischung aus Bewunderung und kritischer Ironie, aus Aneignung und Widerspruch.
Picasso trifft Klee
Klee und Picasso haben sich mit aller Wahrscheinlichkeit zweimal im Leben persönlich getroffen: 1933 in Picassos Atelier in Paris und 1937 bei Paul Klee in Bern. Davon abgesehen wussten die beiden Künstler schon lange von-einander und hatten ihre Werke gegenseitig in Ausstellungen und Publikationen gesehen. Und nun – über 70 Jahre später – treffen sich die zwei Meister wieder: in einer einmaligen Ausstellung im Zentrum Paul Klee, die das kom-plexe Verhältnis der beiden Künstler zueinander detailliert aufzeigt.
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Bilddialoge
Im Zentrum der Ausstellung stehen die Bilddialoge zwischen Klee und Picasso. Sie zeigt Picasso als frühreifes Wunderkind und Klee als kritischen Aussenseiter und stellt Werke aus Picassos Blauer und Rosa Periode den sati-rischen Hinterglasbildern Klees gegenüber. Sie zeigt Hauptwerke Picassos aus der Zeit des Kubismus und Klees Antworten auf diese grosse Revolution der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. Sein Bild Hommage à Picasso von 1914 ist die einzige Ehrung, die Klee jemals einem anderen Künstler entgegenbrachte.
Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Picassos Werken seiner surrealistischen Phase der 1920er- und 1930er-Jahre. Die verformten Körper und verschobenen Gesichter aus dieser Schaffensperiode trafen sich mit Klees gro-tesken Phantasien und führten zu einer Bildsprache, die Klees Spätwerk der 1930er-Jahre nachhaltig prägte. Picas-sos grossen Bildformate und insbesondere seine „Grossen Frauen“ veranlassten Klee, das für ihn charakteristische Kleinformat aufzugeben und grosse Leinwände zu gestalten. Und auch Picassos drastische Darstellung von Emoti-onen griff Klee auf und entwickelte daraus die Möglichkeit, ausdrucksvolle Gemütszustände zu formulieren.
Bei allen Anregungen, die Klee von Picasso bezog, behielt er dennoch immer die Eigenständigkeit, die sein Werk unverwechselbar macht. Als grosser Individualist formulierte er Picassos Ideen in seinem Sinne um und machte aus dessen Dramatik und Sinnlichkeit Kompositionen voller Sensibilität und Poesie. Ausserdem ging es bei Klees Bildkommentaren selten ohne Hintersinn und Ironie ab. Insbesondere das Pathos Picassos forderte ihn zu parodis-tischen Kommentaren heraus.
Die Ausstellung umfasst über 180 Werke aus dem Zentrum Paul Klee, aus zahlreichen Museen und Privatbesitz, darunter aus berühmten Sammlungen wie dem Museum of Modern Art, New York, dem Museu Picasso, Barcelo-na, der Sammlung Berggruen, der Nationalgalerie Berlin oder dem Centre Pompidou, Paris. Ein reich illustrierter Katalog wird die Ausstellung begleiten. Das Ausstellungsprojekt wird von den Familien Picasso und Klee unter-stützt.
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Kontakt
Christine Hopfengart Kuratorin der Ausstellung christine.hopfengart@zpk.org Tel. +41 (0)31 359 01 01
Maria-Teresa Cano Leiterin Public Affairs & Medien kommunikation@zpk.org Tel. +41 (0)31 359 01 01
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